Integrations-Team nimmt ab der kommenden Saison am Ligaspielbetrieb teil

Als TuS Ehra-Lessien II wird eine Mannschaft, bestehend aus Bewohnern der Flüchtlingswohnanlage in Lessien, ab der kommenden Spielzeit 2017/2018 am Ligaspielbetrieb des NFV Kreises Gifhorn teilnehmen. Als neu gemeldete Mannschaft erfolgt der Start in der 3. Kreisklasse.

Seit April diesen Jahres trainieren in der Spitze bis zu 30 afrikanische Fußballspieler zwei Mal wöchentlich auf dem Sportplatz in Ehra. Angeleitet von Trainer Heiko Kiene und Co-Trainer Christian Benecke wurde bei einem organisierten Integrations-Fußballturnier Anfang Mai bereits der erste Turniersieg eingefahren.

Mit Unterstützung des Fördervereines „Ehra-Lessien, ein Dorf - ein Team" konnte, finanziert durch Spenden von Bürgern und Betrieben, Trainingsausrüstung und notwenige Materialien zur Teilnahme am Ligaspielbetrieb beschafft werden.

Der TuS Ehra-Lessien schafft als Mitgliedsverein des NFV Kreis Gifhorn nun die Voraussetzungen, dass eine Teilnahme als zweite Mannschaft am Ligaspielbetrieb möglich ist.

O-Töne:
Trainer Heiko Kiene und Christian Benecke:
„Für uns zählt nicht der sportliche Erfolg, vielmehr geht es uns um die Arbeit mit den Jungs. Wir möchten versuchen jeden Einzelnen über den Fußballsport Anerkennung erfahren zu lassen und damit die Integration in unsere Gesellschaft unterstützen. Von unseren zukünftigen Gegnern wünschen wir uns eine offene und unvoreingenommene Einstellung gegenüber unserem Team. Wir freuen uns darauf MITEINANDER die Saison zu bewältigen".

Hr. Sven Grabowski, 1. Vorsitzender und Fr. Susanne Grill, Pressesprecherin des TuS Ehra-Lessien:
„Die Mitglieder unseres Vereines haben den TuS Ehra-Lessien ein klares Leitbild gegeben: Jeden soll der Zugang zum Sport ermöglicht werden! Dabei grenzen wir niemanden aufgrund seiner Hautfarbe oder ethnischen Herkunft aus und leisten mit dem Projekt „Integrations-Team" als ortsansässiger Verein einen wertvollen Beitrag zur Integration."

Fr. Jenny Reissig, Vorsitzende des Förderverein „Ehra-Lessien, ein Dorf - ein Team e. V.":
„Die Flüchtlinge haben eine hohe Motivation und zeigen sehr viel Eigeninitiative. Das zeigen die in kurzer Zeit erbrachten beachtenswerten Fortschritte der Mannschaft und jedes Einzelnen. Wir als Förderverein unterstützen die Mannschaft und die beiden Trainer mit Sachmitteln, welche sich aus Spenden finanzieren. Weiterhin verfügt unser Verein über ein geeignetes Transportfahrzeug, mit welchem die Mannschaft zu den Auswärtsspielen reisen kann. Durch die LEB (ländliche Erwachsenen Bildung) und unseren Förderverein werden Deutschkurse organisiert und veranstaltet, welche sehr gut angenommen werden."

Hr. Jörg Böse, Bürgermeister der Gemeinde Ehra-Lessien
„Gemessen an den Einwohnerzahlen unserer Gemeinde sind wir überproportional mit Flüchtlingen belegt. Dies begründet sich mit der Wohnanlage auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in Lessien, in welcher bis zu 250 überwiegend Alleinreisende untergebracht werden sollen. Zurzeit ist die Wohnanlage mit etwa 80 Personen, überwiegend von der Elfenbeinküste stammend, belegt. Zudem gibt es in der Gemeinde noch zwei Miethäuser mit noch mal ca. 20 Personen. Die sportliche Betätigung auf dem Fußballplatz wurde zur Alltagsbeschäftigung der Bewohner geschaffen und soll dessen Integration in unsere Gesellschaft unterstützen."

(Quelle NFV)